Paula in Gran Canaria

Bericht Trainingslager Gran Canaria    01.03-11.03.2020

Am 01.03. sind wir nach Gran Canaria geflogen, um ein schön warmes und sonniges (Rad-) Trainingslager zu haben. Leif und ich haben uns Frank (Wüpper) und Kersten (ein Freund von Leif und mir aus Hamburg) geschnappt und los ging es.

Gleich am Anfang gab es allerdings das ein oder andere Problem. Der Plan war es gleich nach dem Flug in Las Palmas zum Rad-Laden zu gehen (den Leif und ich bereits kannten) und die Räder schon mal zu mieten. Leider wurde unsere Anfrage im Vorhinein nicht beachtet und somit wurde uns mitgeteilt, dass es leider keine Räder mehr in unseren Größen gäbe …

Wir sind dann erstmal in unsere Unterkunft gelaufen und haben das „Räder mieten“ auf den nächsten Tag geschoben. Der war leider ein einziges Chaos. Wir waren auf die andere Seite der Insel gefahren, wo es angeblich Räder geben sollte … gab es aber nicht. Um den Tag nicht ganz zu verschwenden, sind wir dann durch die schönen „Wüsten“ von Maspalomas gewandert und haben schon mal die Wellen im Atlantik getestet. Nach weiterem hin und her und wieder zurück nach Las Palmas haben wir dann schließlich doch mehr oder weniger passende Räder von unserem altbekannten Rad-Laden bekommen. Puuh … geschafft.

Am ersten Tag war eigentlich eine mittlere Tour zum Einstieg geplant … Da kannten wir uns jedoch noch nicht so wirklich mit den Bergen Gran Canarias aus … vor allem nicht mit den kleineren Straßen, die recht viel Steigung vorweisen. Gleich am Anfang schloss sich uns die neugierige finnische Ultraläuferin Milka an, die sich ebenfalls ein Rad gemietet hatte. Am Ende des Tages wurden es 102 km mit schlappen 2700 hm. Nun wussten wir, was uns die nächsten Tage bevorstehen würde. Viele, viele 20-25% Anstiege, bei denen man ja nicht den Lenker verreißen sollte, weil sonst das Vorderrad abhebt, und viele, viele sehr lange, Auf- und (zum Glück auch) Abfahrten.  Milka hatten wir also nach dem ersten Tag in die Grütze gefahren. Sie war bis zum letzten Kilometer tapfer und motiviert, es war trotzdem ihre erste und letzte Fahrt mit uns.

Noch guter Dinge !
Immer noch : Guter Dinge !

Der zweite Tag wirklich etwas ruhiger geplant (und kürzer), letztendlich hat das auch sehr gut geklappt.

Die Tour an sich war 82 km und hatte „entspannte“ 1744 hm. Nach ungefähr der Hälfte hatte Frank einen Defekt. Der Bremszug war abgerissen, mitten am Berg. Mal davon abgesehen, wie gut oder schlecht die Räder gewartet waren, gab es angeblich vorerst auch keine Möglichkeit des Rad-Vermieters uns zu helfen. Nach einigem hin und her konnte er schließlich doch seinen Mechaniker schicken und wir konnten, nach ca. 2 Stunden warten, weiterfahren. Viel früher als am Vortag waren wir also auch nicht Zuhause, dafür aber etwas weniger leer gefahren.

Frank Wüpper genießt die Steigungen

An Tag drei starteten wir den Versuch eine noch etwas kleinere Tour zu fahren. Der Versuch war endlich geglückt. Ohne Defekt sind wir in knapp 3,5 Stunden 60 wunderschöne Kilometer mit 1300 hm gefahren. Die 20% Anstiege haben uns dabei ehrlich gesagt gar nicht mehr großartig überrascht, das gehörte nun einfach dazu und wurde immer wieder aufs Neue irgendwie geschafft. Da wir nun endlich auch mal früher wieder zurück waren, wurde der erste knapp 5 km lange Konterlauf von Leif, Frank und mir angehängt.

Tag vier sollte (diesmal wirklich) eine ganz kleine Runde sein, weil wir am nächsten Tag geplant hatten, uns an einer Inselumrundung zu versuchen. Gesagt, getan. Es wurden 33km mit süßen 700 hm, auf einer wunderschönen Strecke in der Natur. Anschließend hatten wir noch viel Zeit und sind insgesamt 7 km mit ca. 300hm gelaufen, sowie 1 km geschwommen.

Der fünfte Tag sollte besonders anstrengend werden, weshalb sich Frank dagegen entschied, uns zu begleiten. Kersten, Leif und ich brachen um 7 Uhr morgens auf zur Inselumrundung von Las Palmas in den Süden, über Telde Richtung Maspalomas, weiter durch Mogan ins Gebirge und schließlich über Agaete und Galdar wieder zurück nach Las Palmas, auf. Das Wetter meinte es gut mit uns und es war nicht zu heiß. Die Strecke hatte insgesamt 200 km mit 3700hm. Auf dem Hinweg hatten wir mehr Anstiege zu fahren, dafür aber Rückenwind. Insgesamt war es eine sehr, sehr harte Tour, die sich aber mehr als gelohnt hat. Wunderschöne Ausblicke und der Stolz am Ende es geschafft zu haben, glichen die Anstrengungen aus.

Typische Küste in Gran Canaria – vegetationsarme, wüstenähnliche Landschaft
Ein wenig gezeichnet von den Strapazen

Tag sechs war für Leif und mich ein Ruhetag, an dem wir entspannt 3000 m im Meer geschwommen sind und uns gesonnt haben. Frank ist mit Kersten dann nochmal eine Tour von ca. 70km gefahren.

An Tag sieben hatten wir wieder genug Energie, um gemeinsam 61 km mit 1400hm zu fahren. An diesem Tag war es mit teilweise 36 Grad (im März!!) allerdings sehr heiß. Trotzdem war diese Tour über El Secadero, Richtung Tafira, Teror und zurück über Los Portales, vorbei an Arucas und Tenoya, eine der schönsten die wir gefahren sind.

Am achten Tag wollte Kersten gern den Pico de las Nieves (den höchsten Berg Gran Canarias) hochfahren, welcher 2000hm auf knapp 30 km verteilt hat. Wir anderen drei haben uns dazu entschieden, eine kleinere gemeinsame Abschlusstour zu fahren. Mit 66 km, 1600 hm und einem netten Stopp, in unserem neuen Lieblingsort Teror, hätten wir es nicht besser machen können. Wir mussten unsere Route etwas ändern, da uns leider nur einer von zwei Bauarbeitern über eine gesperrte Straße fahren lassen wollte, aber auch der Umweg hat sich gelohnt.

Da wir am nächsten Tag wieder unsere Heimreise antreten sollten, haben wir abends noch die Räder zurückgebracht und sind wieder 4 km zur Unterkunft gelaufen. Später am Abend fiel Leif dann auf, dass er einige Tage zuvor, als er mit Kersten im Schwimmbad schwimmen gewesen ist, seine Schwimmbrille dort vergessen hatte. Ich als seine Freundin war dann natürlich gern dazu bereit nochmal 5km extra zu laufen, um die Schwimmbrille wieder zu holen.

Alles in allem hatten wir also ein, für mich persönlich sehr anstrengendes, Trainingslager mit fast 40 Stunden Sport, viel Spaß, viel Essen und guter Laune. Das Wetter war die ganze Zeit traumhaft und, wenn man die richtigen Wege kennt und etwas hart im nehmen ist, dann ist Gran Canaria auf jeden Fall ein super Ziel für ein anspruchsvolles Trainingslager.

Geschrieben von Paula Günther

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