Einmal im Leben Marathon laufen…

Einmal im Leben Marathon laufen…


Ein Bericht von Janika Kolf

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass ich Ende 2023 bereits zwei Marathons gelaufen wäre, hätte ich ihm nicht geglaubt.

Gelaufen bin ich schon immer gern. Marathonlauf war in meiner Welt jedoch lange etwas Unmögliches und Fremdes. Wer tut es sich schon an, rund 42 km mit ca. 15.000 gleichgesinnt Verrückten durch die Stadt zu laufen – und dann auch noch zu einer möglichst passablen Zeit?

Tja, zu diesen Verrückten gehöre ich jetzt wohl dazu. Wie ich darein gerutscht bin?

Ans Laufen heran geführt hat mich mein Vater, der früher regelmäßig und top Zeiten lief. Nach den ersten Laufversuchen über wenige Kilometer, welche meist mit Seitenstichen und Missmut endeten, entdeckte ich über die Zeit hinweg meine Liebe zum Laufen. Lange Zeit lief ich ca. zwei- bis dreimal die Woche ca. 6 – 8 km, vorrangig im Eichtalpark oder um die Alster in Hamburg, wo ich bis 2021 wohnte.  Mit der Zeit traute ich mich auch mal an Strecken über 10 km Länge hinaus heran, inspiriert durch meinen damaligen Freund und heutigen Mann. Mittlerweile bereut er es wohl etwas, mich damals noch zum Laufen befeuert zu haben. Denn heute vergeht selten ein Tag, an dem ich abends mal nicht meine Laufschuhe schnüre, oder ein Wochenende, ohne dass ich an einer Laufveranstaltung teilnehme.

Der Liebe wegen zog ich nach Schleswig-Holstein. Als Zugezogene hatte ich anfänglich wenig Anschluss, lief daher zum Zeitvertreib fleißig weiter. Irgendwann entdeckte ich das Eiderstadion, was als öffentlich-zugängliche Trainingsstätte für das private Training zur Winterzeit optimal war. Es war auf einen Dienstagabend bei frostigen Temperaturen, als zwei Vereinsmitglieder während der regulären Athletico Trainingszeit mich bei meinen Runden im Stadion fragten, ob ich nicht Lust hätte, mal mit zu trainieren. So trainierte ich ab dann dienstags regelmäßig mit und wurde zum Spätsommer 2021 Vereinsmitglied in der Laufsparte. Schnell war der ein oder andere lokale Wettkampf absolviert, anfänglich insbesondere auf der 5- und 10-km-Distanz. Mit der Zeit kam das Interesse für längere Distanzen. Im Oktober 2022 lief ich dann den ersten Halbmarathon in Lübeck.

Wir Läufer können bekanntlich nicht genug vom Rennen bekommen. So war ich zum Ende des Jahres fest entschlossen, im Frühjahr 2023 meinen ersten Marathon zu laufen. Einmal im Leben Marathon laufen, das wär’s.

Das Training begann direkt zum Jahreswechsel und die Anmeldung für den Haspa Marathon im April war getan. Die Marathonvorbereitung brachte mir Spaß – insbesondere der Wechsel aus Intervalltraining, langen Dauerläufen und lockeren Standardeinheiten. In Hamburg startete ich bei meinem ersten Marathon mit dem Ziel sub 04:00 h. Mit 03:55 h lief ich über die Ziellinie – Check! Eins war klar: Das war definitiv nicht der letzte Marathon.

Über den Sommer hinweg kam ich nicht allzu viel zum Trainieren, meldete mich jedoch für den Frankfurt Marathon Ende Oktober.

Nach drei Monaten Vorbereitung ging ich am 29.10.2023 in Frankfurt super motiviert, aber dennoch entspannt, bei angenehmen 12°C auf der Marathondistanz an den Start. Spaß haben und die „Mainhattaner Skyline“ genießen waren das Ziel – und nebenbei noch die Zielzeit von 3:45 h erreichen. Auf den ersten 5 km hatte ich im Hochhaus-Getümmel Probleme mit dem GPS und lief etwas zu schnell. Ab km 10 fing ich mich wieder und lief annähernd konstant meine Zielpace von 05:20 min/km durch. Dem „Mann mit dem Hammer“ begegnete ich auch bei meinem zweiten Marathon nicht. Ab km 28 wurden die Beine jedoch merklich schwerer und ich krallte mich an die Pacemaker, sichtbar durch ihre bunten Fahnen.

Mit Hilfe von fünf Energiegels, der Mitnahme jedes Wasserstandes und dem tollen Support meines Mannes entlang der Strecke erreichte ich nach 3:43 h das Ziel. Die 12 min schneller im Vergleich zum ersten Marathon taten schon merklich mehr weh. Für mich sind sie jedoch Anreiz dafür, beim nächsten Marathon noch besser vorbereitet und schneller an den Start zu gehen. Der nächste Marathon ist schon gemeldet – Hamburg im April 2024. Aber bis dahin erstmal Erholung… und vielleicht der ein oder andere Halbmarathon. 🙂


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